Törn 2007
SEGELFREUNDE HOLE HOLE
Ostsee, Nordsee
20. Hole Hole Segeltörn
Speiseplan 2007 [110 KB]
Fotos 2007
Logbuch:
„5 FUSS UND 50 SEEMEILEN FÜR JEDEN“
12.5.2007 bis 19.5.2007
525,9 Seemeilen
Besatzung der Bavaria 50:
Heiko - Admiral
Michael Wi.– First Officer
Gerd – Navigator
Alfred – Main Trimmer
Michael Wa. – Genua Trimmer
Waldi – Grinder
Georg - Deputy Smut
Rainer – Chief Documentation
Alfons – Press Officer
WIR SIND AN BORD ONLINE ERREICHBAR:
DEIN EINTRAG INS GÄSTEBUCH WIRD AM ABEND IN DER FEEDBACK-RUNDE BEIM SAILORS-CHAIR-CIRCLE VERLESEN UND KOMMENTIERT! ANTWORT IST DURCHAUS MÖGLICH, WENN AUCH NICHT GARANTIERT.
1.Logbucheintrag 11.5.2007 13:15 UHR UTC
Ein Tag im Leben eines Hysterikers – letzte Törnvorbereitungen
Einen Tag vor dem Törnstart eben noch einmal kurz in die Zollbestimmungen des Norwegischen Königreiches geschaut – nur so, damit auch das getan war – und … die roten Gesichtsflecken waren für mehrere Stunden wie eintätowiert.
Okay, ich bin ja nur zu gerne auch mal ein wenig hysterisch und vielleicht wird es das angenommene Dilemma ja auch gar nicht geben. Ein zögernder Seitenblick auf die Einkaufsliste schafft Klarheit, ultimative Gewissheit: Doch, das könnte sich zum Blutschwamm auswachsen in meinem Gesicht.
Die Wein- und Biervorräte für einen siebentägigen Segeltörn übersteigen - ohne dass dabei auch nur ansatzweise der Verdacht einer therapiewürdigen Alkoholaffinität aufkommen könnte - mühelos die zollfreien, homöopathisch anmutenden Mengenvorschläge der norwegischen Zollbestimmungen.
Essen können wir uns auch abschminken. Die Einfuhr von Kartoffeln ist gänzlich untersagt und unser Speiseplan sieht nun einmal auch – ja, sorry – Kartoffelgerichte vor. Enthalten die etwa auch Alkohol? Mein Gott, die Kinder! Hatten heute Bratkartoffeln! Bestimmt hochprozentig!
Szenen dieser alten, amerikanischen Prohibitionskrimis schießen mir durch den Kopf. Da ging es doch immer nur um Alkohol, nie und nimmer um Kartoffeln, die haben sie uns einfach verschwiegen!
Aber wenn die norwegischen Zöllner erst einmal an Bord sein werden – und natürlich passen wir als nicht norwegische Chartercrew nur zu gut in deren stereotypes Bild der mit Alkohol-Übermengen umherreisenden, Kartoffeln futternden Horde – und wenn die das Gespräch wie zufällig auf eben genau diese Vorratsbestandteile lenken werden, als ob sie’ s wüssten, dann hielte das Schicksal für uns garantiert keine nette Optionen mehr bereit. Trunksüchtige Kartoffelschleuser, wir!
Eben nicht! Als Deputy Smutje habe ich die Verantwortung für das mir anvertraute Knollengemüse übernommen. Für 7,5 kg! Für jede einzelne! Ich werde sie auch tragen, die Verantwortung. Die Eintreiber des Wikingerkönigs werden meine Schützlinge noch nicht einmal zu sehen bekommen!
Ein mit dem norwegischen Steuerrecht konformer Ausweg liegt eigentlich auf der Hand. An den ersten beiden, den dänischen Abenden des Törns, werden sämtliche Alkohol- und Kartoffelvorräte verzehrt und den Rest der Woche, quasi in netter Erinnerung an bessere Tage, könnte man die Folgen dieses kollektiven Selbsttötungsversuches ausheilen lassen. Ich glaube, das wäre ausnahmsweise eine kartoffelwürdige Lösung – jedoch keinesfalls ohne eine gültige Reisekrankenversicherung, mit Rundumschutz, von der Erstversorgung bis zur Bestattung und vorher noch Seenotrettung.
Was man als Smutje und Kartoffel Lobbyist doch alles bedenken muss!
Ich bin ja so froh, dass dieses verantwortungsvolle Amt beim nächsten Törn wieder in den weitaus kompetenteren Händen des Chief Smutje liegt. Nicht dass mir das keinen Spaß machen würde oder dass ich mich mit der Aufgabe überfordert fühlte. Ich habe nur das Problem, dass ich rein zeitlich vor Fahrtantritt diese Reiseversicherung nicht mehr werde abschleißen können – zu knapp!
Das mit der Gesichtsfarbe – ich werde einfach behaupten es wäre ein Sonnenbrand und die zitternden Hände mit beruflichem Stress begründen. Und dass ich mich schon auf die entspannende Woche in der Kombüse und natürlich auch auf Norwegen freue.
Georg
2.Logbucheintrag 11.5.2007 14:00 UHR UTC
Bitte zum Eissegeln warme Kleidung mitnehmen!Skagerrak (57.5N 8.9E) WT: 10 C TagZeitWind--StärkeBöen Wellen-WetterZ=UTCRichtungBeaufortHöhe (m)Sa18Z:SE30.5RAINSo06Z:W-NW671.5SHSo18Z:W4-51Mo06Z:E5-66-70.5Kattegat (56.9N 11.5E) WT: 12 C TagZeitWind--StärkeBöen Wellen-WetterZ=UTCRichtungBeaufortHöhe (m)Sa18Z:S56-71SHSo06Z:W67-81SHSo18Z:W4-51Mo06Z:E-SE5-66-70.5
3. Logbucheintrag 13.5.2007 17:30 UHR UTCPosition: 57:35 N, 10:37 E
MUTTERTAG – Wir wünschen allen Müttern einen schönen Festtag und hoffen, dass unsere Kinder den Tag gebührend gewürdigt haben.
Rückblende:
Samstag, 12.05.2007
Am gestrigen Samstag ist der Hole-Hole-Törn 2007 gestartet. Nach anstrengender Autofahrt sind wir am Vormittag in Ebeltoft (Jütland) angekommen: Neun Männer auf der Suche nach Freiheit und Abenteuer. Norbert musste leider kurzfristig seinen Pflichten als Patenonkel nachkommen. Hallo Norbert, wir grüßen Dich und werden heute Abend auf dein Wohl ein Glas heben.
Im Hafen des „Oer Maritime Feriebyl“ liegt unser zu Hause für diese Woche: Eine Bavaria 50. Der Luxus-Liner riecht noch nach Neu. Wir sind die erste Charter-Crew, die das vor einem Monat fertig gestellte 15-Meter-Schiff segeln darf. Der erste Eindruck: Es fehlt an Nichts. Großzügige Ausstattung der Kabinen, drei Nassbereiche, technische Perfektion mit elektronischer Seekarte am Steuerstand usw… Besonders beeindrucken uns das Whiteboard und der Flachbildschirm (an den sich das Laptop anschließen lässt), die unsere Seminare im Sailors Chair Circle medial unterstützen sollen.
Nur schwer kann sich der Vercharterer von seinem neuen Schätzchen trennen. Weil wir auch Schweden im Törnprogramm haben, nimmt er gleich die doppelte Kaution als Sicherheit. Zwei Stunden dauert die Übergabe. Sehr genau erklärt der Eigner uns das Schiff und seine Einrichtungen. Dann muss er sich doch trennen und wir beginnen mit dem Beladen. Persönliches Gepäck, Lebensmittel – die Gaumenfreuden erwarten lassen -, 100 Liter Mineralwasser (wir werden älter), 60 Liter Bier, 32 Liter Wein und 12 Liter Cola lassen sich bequem verstauen.
Dann endlich: Auslaufen: 15:30 MESZ – Die Segelfreunde Hole Hole sind wieder auf dem Wasser! Das Kattegatt begrüßt uns sehr unfreundlich. Es regnet aus Eimern. Aber der Wellengang ist geeignet zum Einschaukeln. Windstärke 3. Die Bavaria läuft super. Der Kiel scheint mit Vaseline bestrichen. Problemlos schaffen wir 7-8 Knoten. Der Düsseldorfer Skipper ist begeistert.
Unser Ziel für den ersten Abend Grenaa erreichen wir um 20:00 MESZ. Die ersten 30,4 Seemeilen liegen hinter uns. Wenn es so weiterläuft werden wir unser Törn-Ziel Oslo am Dienstag erreichen.
Deputy-Smut Georg zaubert uns ein leckeres Abendessen: Puten geschnetzeltes „Fidschi“. Danach noch ein kurzer gemütlicher Abend und um 23 Uhr ist Bettruhe.
Sonntag, 13.5.2007
6:00 Uhr Wecken, Frühstück, Tanken; Auslaufen: 7:45 Uhr.
Mit dem Ablegen öffnen sich wieder die Himmelsschleusen. Alfreds Wetterbericht vom Deutschen Wetterdienst verheißt: Windstärke 6, Regen, bedeckt. Na ja.
Aber, oh Freude: Nach einer halben Stunde lugt die Sonne hinter den Wolken hervor und gewinnt bald die Oberhand. Es wird ein wunderschöner Segeltag. Sonne, Windstärke 4-5, leicht bewegte See. Plötzlich ein Aufschrei von Alfred: „10!“ Die Geschwindigkeit der Bavaria bewegt sich im zweistelligen Bereich. Und eine neue Erkenntnis: Der Auto-Pilot ist der bessere Skipper. Wir entwickeln uns zu einer Alte-Leute-Crew: „Betreutes Segeln“. Rainer setzt die neuen Erkenntnisse direkt filmisch um.
Am Mittag gibt es – zu Ehren unseres fränkischen Smuts Hajo, der diesmal statt bei uns in Bali sein muss - bayerische Weißwurst mit Brot und frisch gezapftem Bier. Armer Hajo, Du musst Dir stattdessen von irgendwelchen karamellbraunen Bikini-Schönheiten Kuba-Libre und handgerollte Zigarren servieren lassen.
Gegen 18:30 Uhr MESZ schläft der Wind ein. Wir bergen die Segel und werfen den Motor an.
Jetzt steuern wir auf Skagen, der nördlichsten Stadt Dänemarks zu. Den Hafen werden wir voraussichtlich um 20.30 Uhr MESZ erreichen. Inzwischen zieht schon der Duft des eingelegten Fleisches für die Lammspieße andalusische Art von der Kombüse durch das Schiff….
Ankunft Skagen 20:25 MESZ Tagestripp 97,4 Sm
Order vom Admiral: Wir laufen am Montag um 02:00 MESZ nach OSLO aus.
4. Logbucheintrag 14.5.2007 19:00 UHR UTC (21:00 Uhr MESZ)
Position: 59:25 N, 10:38 E
Hafen Moss im Oslo-Fjord „Norwegen“ Seewetterbericht [45 KB]
Es gibt noch Abenteuer! Tatsächlich: Wir sind um 02:00 Uhr ausgelaufen. Und das trotz Starkwindwarnung. Die „Hundewache“ von 02.00 bis 06:00 Uhr MESZ übernehmen Heiko, Michael Win., Michael Wa., Gerd - Ehrengast (wie auch den ganzen Tag über, ohne im Weg zu stehen): Alfred. Das sind die Helden des Alltags.
Wie in den vergangenen Tagen: Mit dem Ablegen beginnt es zu regnen. Und heute haben wir kein Glück. Wir werden die Sonne nicht sehen. Es regnet fast den ganzen Tag über. Regen? Da oben muss jemand Fässer ausschütten. Es bläst kräftig. Windstärke 4-5, starker Wellengang, 1,5 Meter Welle von der Seite. Ein Kurs zum K….zen. Heute trifft es vor allem die Offiziersränge. Und die Mannschaft sucht den ganzen Tag über eine Krankenschwester für Rainer. Aber er ist auch ohne sie im Bett geblieben.
Zwischendurch ein Gefühl wie im Auge des Orkans: Windstille, glattes Wasser und auch die Sonne versucht ihr Glück. Aber sie hat Pech. Kurz darauf briest es wieder auf. Und wie. Es bläst immer mehr. Windstärke 6, 7, 8, 9. Wellen 2-3 Meter. Die Segelfläche wird immer geringer. An Bord sind Rettungsweste und Lifeline Pflicht. Was war das noch mal, was uns am Segeln so gefällt???? Zum Schluss laufen wir ab vor Topp und Takel (das heißt: Wir haben gar kein Segel mehr gesetzt) und laufen trotzdem noch 5,5 Knoten.
Zum Glück bläst der Sturm am Nachmittag weitgehend von achtern (für die Kölner: er bläst von hintern). Heute versagt selbst der Autopilot. Bei Windgeschwindigkeit 15 m/sec gibt er ein Piep-Signal von sich und schaltet sich ab. Michael Wi. Ist in der Nähe; er übergibt sich zunächst und übernimmt dann das Steuer.
Nach 14 Stunden erreichen wir den Oslo-Fjord. Die Admiralität beschließt: Wir laufen Moss an – muss irgendwie mit Kate Moss zu tun haben. Ist sicherlich ein sympatischer Hafen. Hurra. Bis Oslo wären es noch 5 Stunden mehr.
Auch wenn der Seenot-Rettungskreuzer direkten Kurs auf uns aufgenommen hat – ES HAT ZU KEINER ZEIT WIRKLICHE, ECHTE LEBENSGEFAHR BESTANDEN – glaub ich.
Ankunft Moss: 18:30 Uhr MESZ. 16,5 Stunden und 129 Seemeilen
Am Steg erwarten uns sturmerprobte Wickinger mit respektvollem Blick. Heute haben wir uns das Abendessen wirklich verdient. Es gibt Nudeln „Bubba Gump“ mit Thunfisch und Krabben.
5. Logbucheintrag 16.5.2007 9:00 UHR UTC (11:00 Uhr MESZ)
Position: 57:43 N, 10:35 E, Skagen
Bei Sonnenschein machen wir am Dienstagvormittag einen Gang durch die Stadt Moss.
Auslaufen Moss: Dienstag 15.5.2007, 14.30
Nach einem nächtlichen Teufelsritt durch die Wellen mit Höhen bis zu 2,5 Metern sind wir am heutigen Mittwoch, 16.5.2007 um 7:15 Uhr in Skagen (DK) eingelaufen.
Hier Zwangsaufenthalt, da das Großsegel gerissen ist. Also erneuter Landgang.
Folgt später ausführlicher…..
Fortsetzung 5. Logbucheintrag 16.5.2007 19:00 UHR UTC (17:00 Uhr MESZ)
Immer noch Position: 57:43 N, 10:35 E, Skagen
Der Dienstag in Moss beginnt ganz ruhig. Vor dem Frühstück starten Michael Wi., Rainer, Georg und Alfons mit Jogging. Eine schöne Strecke am Fjord entlang, die Rainer und Alfons so sehr begeistern, dass sie die Runde wiederholen. Dann Frühstück und anschließend Stadtgang in Moss mit seiner netten Innenstadt. Die meisten Crew-Mitglieder sind zum ersten Mal in Norwegen. Rot gestrichene Holzhäuser kennzeichnen das Stadtbild.
Um 14.30 Uhr heißt es: Leinen los. Wir starten in Richtung Göteborg (SWE). Die Reise beginnt eigentlich ganz ruhig. Windstärke 1-2, also nix los. Sonnenschein. Beim Setzen des Großsegels ein Ausruf von Skipper Heiko: „Groß einholen! Schnell!“ – Ungläubiges Staunen bei der Mannschaft. Alle schauen zum Segel: Ein Riss – ca. 50 cm lang. Sofort wird das Segel geborgen. Die Fahrt kann nur noch mit der Genua (Fock II) fortgesetzt werden.
Als Ziel geht es nicht mehr nach Göteborg, sondern Richtung Skagen. Auch in Skandinavien ist am Donnerstag (Himmelfahrt) Feiertag. Und falls wir in Göteborg keinen Segelmacher finden, der uns am Mittwoch das Segel repariert, kommen wir mit der Fock nicht nach Ebeltoft. Also laufen wir nach Skagen.
Mit der Ruhe ist es auch vorbei. Der Wind briest auf. Windstärke 5 - okay, aber diese verdammte Welle. Wenigstens scheint die Sonne. Vor dem Schiff bauen sich immer wieder Wasserwände bis 2,5 Meter auf. Das Schiff fährt Bergauf bis auf den Wellenkamm und klatscht dann mit einem großen Knall ins Wellental. An Schlaf ist kaum zu denken. Und dennoch beschließen wir, die geplante Nachtfahrt fortzusetzen. Ein malerischer Sonnenuntergang. Danach ein herrlicher Sternenhimmel. Richtig dunkel wird es nicht; am Horizont bleibt ein heller Streifen. Oh, wunderschöne Natur. Wenn nur die verdammten Wellen nicht wären. Immer wieder schäumt die Gischt übers Deck. Und ohne Sonne ist es ziemlich kalt im Skagerrak. Inzwischen gibt es erste Anzeichen von Halluzination: Alfred sieht immer wieder große Fähren auf uns zukommen, die sich später als Wellen entpuppen. Auch Waldi und Rainer haben Ausfallerscheinungen. Gerd: „Und wenn die Leinen festgemacht sind, ist die Krankheit weg.“
Das Schiff fährt auch ohne Großsegel seine 7 bis 9 Knoten. So erreichen wir Skagen bereits um 07:15 Uhr MESZ . Für die 119,5 Seemeilen haben wir 16:45 Stunden gebraucht.
Zwangsaufenthalt in Skagen. Der Segelmacher im Hafen ist bereit, uns noch am selben Tag mit seiner Nähmaschine zu helfen. Das sorgt für Entspannung in der Crew. Also Landgang: Ein Segler ohne Segel ist ein Fußgänger. Skagen ist ein schönes Städtchen. Die gelben Fassaden der Häuser leuchten in der Sonne. Am Strand entlang schlendern wir an Relikten großdeutscher Vergangenheit (Ein Bunker neben dem anderen) zur Nordspitze Dänemarks. Hier treffen Nord- und Ostsee aufeinander.
Am Abend ist unser Segel fertig und es lässt sich problemlos bedienen. So können wir das von Rainer herbeigesehnte „Kadettenfrühstück“ (Leberkäs mit geschmolzenen Zwiebeln, Spiegelei und Tomatensalat mit Charlottenvinaigrette) genießen.
Order vom Admiral: Wir laufen am Donnerstag um 08:00 MESZ zur Insel Anholt aus. Das heißt: 6 Uhr wecken!
6. Logbucheintrag 17.5.2007, 19:00 UHR UTC (21:00 Uhr MESZ)
Position: 56:42 N, 11:30 E, Insel Anholt
Wir übertreffen die Erwartungen des Admirals: Auslaufen Skagen um 07:05 Uhr. Leinen los. All hands on board. All hands? Plötzlich ein Ruf aus dem Waschhaus: „Nehmt mich mit!“ Waldi hat seine Sitzung noch nicht beendet. Über einen Fischkutter nehmen wir ihn auf. In der Anspannung des Ablegemanövers ist nicht aufgefallen, dass ein Crew-Mitglied fehlt. Männer sind halt nicht multi-tasking-fähig.
Der Tag begrüßt uns mit Sonnenschein. Doch das Wetter weiß noch nicht, wie es sich entscheiden soll. An Steuerbord Sonne, blauer Himmel und Schäfchenwolken. An Backbord eine dunkle Gewitterfront. Nach einer Stunde ist der Wettstreit entschieden. Backbord gewinnt. Ohne Sonne ist es „sau kalt“. Zum Glück regnet es nur wenig. Irgendwie sind alle in Erwartung von Eisschollen. Die Mallorca-Fraktion bei Hole Hole gewinnt neue Anhänger. Sollten wir doch nach 20 Jahren im kommenden Jahr erstmals die Sonne des Mittelmeers genießen wollen? Ja, auch harte Männer werden älter.
Na, ja, mit Gore-Tex ist es nicht ganz so schlimm. Windstärke 7, in Böen 8 bereiten der Bavaria 50 keine Probleme. Wellen bis 2 Meter Höhe sorgen aber dafür, dass Waldi und Rainer den Nachmittag in der Kabine verbringen.
Um 18:10 Uhr MESZ erreichen wir die Insel Anholt. Tagestrip: 82,9 Seemeilen.
Zum Abendessen gibt es „Gemüsesuppe Gärtnerin“. Die weckt die Lebensgeister und sorgt für warme Füße. Danke Georg (Deputy-Smut).
Morgen geht es zurück nach Ebeltoft. Leider…..
7. Logbucheintrag 18.5.2007, 20:00 UHR UTC (22:00 Uhr MESZ)
Position: 56:09 N, 10:41 E, Ebeltoft
Wir waren auf der Insel Anholt. Tote Hose. Eigentlich haben wir vor zwei Jahren nichts verpasst. Die Insel lebt wohl nur im Sommer.
Aufstehen 06:00 Uhr MESZ, Ablegen 07:15.
Unser letzter Tag auf See wird begeleitet von Sonnenschein. Windstärke 5, leicht bewegte See. Optimale Segelbedingungen. Es könnte aber 15 Grad wärmer sein (Der meist ausgesprochene Satz auf diesem Törn). Am späten Vormittag briest es auf: Windstärke 7, in Böen 8. Die Wellen werden höher, 1,5 Meter. Und trotz Sonne zieht die Kälte durch den ganzen Körper.
Mit Hilfe des Auto-Piloten können wir jede Winddrehung ausnutzen, um pünktlich ans Ziel zu kommen. Die Schleuse am Hafen in Ebeltoft-Oer schließt um 19:00 Uhr. Wir sind eine 1,5 Stunden früher am Ziel.
Anlegen Ebeltoft: 18:15 Uhr MESZ, Tagestrip 66,7 Seemeilen.
Wir rechnen zusammen: In dieser Woche waren wir 72:30 Stunden auf dem Wasser und haben 525,9 Seemeilen zurückgelegt. Das ist einen weltmeisterlichen Stern auf unserer Brust wert. Michael wird dies bei der Sommerkollektion 2008 für die 2007er Crew berücksichtigen.
Der Hole-Hole-Törn 2007 ist beendet. Zu Hause warten Frauen und Kinder. Wir sehen uns wieder 2008 – in der dänischen Südsee? Bei den Lofothen? Rund Bornholm? In den Gewässern um Mallorca? In der Adria? Auf dem Maschsee? Auf der Mecklenburger Seenplatte? Im Kanal rund um die Channel-Islands? Wir werden es erleben…
Törn-Vorschläge bis zum 15.Juni 2007 an mailto:info@hole-hole.de.
Bis demnäx.
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